Methodik

Woher die Zahlen kommen und wie geprüft wird

Wattpass rechnet mit 19 Powerstations, 11 Solarmodulen und 220 geprüften Kombinationen. Jeder Wert hat mindestens eine Quelle. Was nicht belegt ist, bleibt leer.

Datenquellen

Alle technischen Daten liegen als geprüfte Dateien im Quellcode der Seite. Jeder Kennwert trägt seine Einheit und mindestens eine Quelle. Fehlt eine Quelle, bricht der Aufbau der Seite ab; ein Wert ohne Beleg kann also nicht veröffentlicht werden.

  • Vorrang haben Herstellerseiten und Herstellerhandbücher. Ist ein Handbuch nur auf einer fremden Seite abrufbar, ist es als „Herstellerhandbuch, fremd gehostet“ markiert.
  • Händlerseiten stehen nur dort, wo für den Wert keine Herstellerquelle vorliegt, und sind als „Händlerangabe“ markiert.
  • Fehlende Werte bleiben leer. Nichts wird geschätzt oder aus ähnlichen Modellen übernommen. Das betrifft besonders den Eigenverbrauch, den Hersteller selten angeben: Auf den Stationsseiten steht er nur dort, wo eine Quelle ihn belegt. Der Simulator braucht einen Wert und rechnet sonst mit einem Schätzwert, der dort ausdrücklich als solcher gekennzeichnet und änderbar ist.
  • Widersprechen sich Quellen, gilt vorläufig die Herstellerangabe, und der Widerspruch wird zur Klärung notiert.

Derzeit stammen 80 der Quellenangaben zu Stationen und Modulen direkt vom Hersteller, 9 sind fremd gehostete Herstellerhandbücher und 16 sind Händlerangaben. Die Quellen stehen auf jeder Stationsseite unter den Kennzahlen.

Prüflogik Solarmodul

Jede der 220 Kombinationen aus Solareingang und Modul wird gegen die Grenzen der Station geprüft, in dieser Reihenfolge:

  1. Spannung mit Kältefaktor 1,1. Die Leerlaufspannung (Voc) des Moduls, mal Anzahl der Module in Reihe, wird mit 1,1 multipliziert. Das entspricht etwa −10 °C Zelltemperatur, denn bei Kälte steigt die Spannung. Liegt schon die Voc bei Standard-Testbedingungen über der Grenze der Station, passt das Modul nicht. Liegt nur der kältekorrigierte Wert darüber, bleibt weniger als 10 % Reserve, und das Ergebnis ist „unklar“.
  2. Ausnahme Herstellerempfehlung. Empfiehlt der Hersteller eine Kombination ausdrücklich, gilt sie als passend, auch wenn die Frostreserve knapp ist. Die Tabelle weist dann „Frostreserve unter 10 %“ aus. Das betrifft 4 von 11 herstellerempfohlenen Kombinationen.
  3. Stromgrenzen. Der Kurzschlussstrom (Isc) je Strang muss unter dem maximalen Eingangsstrom liegen; daraus ergibt sich, wie viele Stränge parallel erlaubt sind. Liefert ein Modul mehr Strom, als der Eingang verträgt, regelt die Station ab, aber nur, wenn der Hersteller diese Strombegrenzung dokumentiert. Ohne Dokumentation lautet das Ergebnis „unklar“. Einige Stationen erlauben bei niedriger Spannung weniger Strom (zum Beispiel 10 A unter 32 V); das wird berücksichtigt. Ist Isc nicht veröffentlicht, wird mit dem Strom im Arbeitspunkt (Imp) gerechnet und das Ergebnis als optimistisch vermerkt.
  4. Leistung. Ist das Modul stärker als der Solareingang, nimmt die Station nur ihre Höchstleistung auf. Das ist kein Ausschlussgrund; die nutzbare Leistung ist dann begrenzt.
  5. Herstellerregeln. Verbietet ein Handbuch eine Kombination ausdrücklich, gilt sie als unpassend, auch wenn Spannung und Strom rechnerisch reichen würden. Beispiel: Beim DJI Power 1000 darf ein Modul je XT60-Eingang höchstens 200 W haben und muss unter 10 A bleiben.
  6. Stecker. Zuletzt wird die Steckerkette geprüft: passt der Stecker direkt, liegt das Kabel bei, ist ein Adapter nötig oder nur eine Kombination aus Fremd-Adaptern möglich. Ist der Steckertyp eines Moduls in den Quellen nicht bestätigt, lautet das Ergebnis „unklar“.

Die fünf Status

Passt direkt 44
Elektrisch innerhalb aller Grenzen, Stecker passt oder das Kabel liegt bei.
Mit Adapter 56
Elektrisch passend, ein separat erhältliches Adapterkabel ist nötig.
Sonderverkabelung 31
Elektrisch passend, aber nur mit Fremd-Adaptern oder einer Verschaltung, die der Hersteller nicht dokumentiert.
Unklar 66
Eine Herstellerangabe fehlt oder die Reserve ist zu knapp. Nicht gefährlich, aber nicht belegt.
Passt nicht 23
Überschreitet eine Grenze der Station oder ist vom Hersteller ausgeschlossen.

Zahlen: Anzahl unter 220 Kombinationen.

Was „unklar“ bedeutet

„Unklar“ heißt nicht „gefährlich“, sondern dass eine Angabe fehlt, die für eine sichere Aussage nötig wäre: etwa die Leerlaufspannung des Moduls, der Steckertyp oder eine Herstellerdokumentation zur Strombegrenzung. Auch eine Frostreserve unter 10 % führt zu „unklar“.

Mit 66 von 220 Kombinationen ist „unklar“ derzeit die größte Gruppe. In diesen Fällen hilft ein Blick auf das Typenschild des Moduls oder eine Nachfrage beim Hersteller. Fremd-Adapter zwischen Herstellern sind nicht offiziell dokumentiert; vor dem Anschließen die Polarität mit einem Multimeter prüfen.

Rechenmodell Laufzeit

Der Laufzeit-Simulator rechnet so:

  • Nutzbare Energie = Nennkapazität × Entladetiefe (LFP 95 %, NMC 85 %) × Akkuzustand (Vorsichtig 80 %, Typisch 90 %, Optimistisch 100 %) × Kälteabschlag.
  • Wechselrichter-Verluste bestehen aus zwei Teilen: Solange ein AC-Gerät läuft, kommt der Eigenverbrauch der Station dazu (Leerlauf). Dazu ein lastabhängiger Anteil, so bemessen, dass bei voller Nennlast der Wirkungsgrad 85 / 90 / 92 % herauskommt (der Leerlauf ist darin bereits enthalten, wird also nicht doppelt gezählt). DC-Geräte rechnen mit 95 %.
  • Kühlgeräte laufen nur einen Teil der Zeit. Der Taktanteil ergibt sich aus dem Jahresverbrauch laut Energielabel (Richtwert DACH 200 kWh, USA 370 kWh für einen Kühlschrank, änderbar) und der Laufleistung. Im vorsichtigen Szenario ist er 30 % höher, im optimistischen 15 % niedriger.
  • Solarertrag = Modulleistung × Sonnenstunden im Monat am Standort × Praxisfaktor (60 / 70 / 80 %), über den Tag nach Sonnenstand verteilt und auf den Solareingang der Station begrenzt.
  • Die Simulation läuft stundenweise über bis zu 7 Tage, beginnend mit vollem Akku.
  • Die Wattzahlen der Geräte sind typische Richtwerte, keine Messungen einzelner Modelle. Sie lassen sich im Simulator ändern; maßgeblich ist das Typenschild des eigenen Geräts.

Sonnenstunden je Monat stammen aus PVGIS 5.3 der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission, für die USA ersatzweise aus NREL PVWatts. Das Raster ist 0,25° für Deutschland, Österreich und die Schweiz und 0,5° für die USA. Den Standort ermittelt der Simulator aus der Postleitzahl; die Koordinaten je Postleitzahl stammen von GeoNames (CC BY 4.0).

Prüfdatum

Die Solar-Kompatibilität wurde geprüft am . Hersteller ändern Datenblätter und Firmware; maßgeblich ist immer das aktuelle Handbuch.

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